Die bekannteste und am weitesten verbreitete Methode der inhalativen Sauerstoffanwendung ist die Sauerstoff-Mehrschritt-Kur (SMK). Erst von Ardenne entdeckte 1977 und 1982 die Einflüsse des Sauerstoffs auf den Energiehaushalt. In Abhängigkeit von der Dosierung und Anwendungsdauer sowie der gleichzeitigen Gabe unterstützender Substanzen (Vitamine) wurde eine länger anhaltende Verbesserung oder Anhebung des Energiestatus gemessen. Nur diese Arten der Sauerstoffanwendung, die eine länger anhaltende Wirkung haben, dürfen den Namen Mehrschritt-Therapie tragen.
Die SMK besteht sie aus mehreren Schritten:
Der 1. Schritt: Unmittelbar vor der Gabe (höchstens 30 Minuten vorher) wird eine Vitamin-Mineralstoff-Mischung zugeführt, welche vorwiegend aus den Vitaminen C, B1 und Magnesium besteht. Zweck der Einnahme eines solchen Cocktails ist es, die Sauerstoffaufnahme im Körper zu optimieren, den Körper also sauerstoffaufnahmefähiger zu machen.
Der 2. Schritt: Nach Einnahme der Vitamine erfolgt die eigentliche Gabe von Sauerstoff - die Inhalation. Hierbei wird über eine Maske ein Sauerstoff-Luft-Gemisch eingeatmet. Die Einatmung kann alternativ auch über eine Nasensonde und nicht über die Maske erfolgen, wobei die Inhalation über eine Maske immer wieder die bessere Wahl darstellt.
Die Einatmung von Sauerstoff sollte auf völlig natürliche, ruhige, entspannte Art erfolgen. Der Inhalierende soll dabei nicht besonders forciert oder tief atmen, denn dadurch gelangt nicht mehr Sauerstoff in den Körper, sondern es kann eher ein Schwindelgefühl auftreten.
Die Inhalation dauert unterschiedlich lange. In der ursprünglichen Form beträgt die Dauer einer solchen Sitzung zwei Stunden. Verwendet man ionisierten Sauerstoff (siehe auch unter dem Menüpunkt Sauerstoffgeräte), der durch Beimengung von Ionen aktiviert wurde, so reduziert sich die Inhalationsdauer auf 20-30 Minuten. Auch die Dosierung des Sauerstoffs ist von Bedeutung. Bei der in Ruhe erfolgenden Einatmung über die Dauer von zwei Stunden beträgt die Dosierung etwa vier Liter pro Minute.
Während der Inhalation sollte man bequem sitzen, wenn möglich, sich auch geistig beschäftigen, denn das regt das Gehirn zu vermehrter Tätigkeit an, wobei es mehr Blut (also auch mehr Sauerstoff) verlangt. Auch sollte man hin und wieder aufstehen, ein paar Schritte gehen oder ein paar Kniebeugen machen. So wird der Effekt der Atemtherapie verbessert.
Diese Sauerstoffinhalationen sollen täglich erfolgen. Ardenne selbst empfahl insgesamt 36 Stunden Anwendung von Sauerstoff innerhalb eines Kurzyklus (klassische 18 Tage-Kur). Man atmet also über drei Wochen hinweg sechs Tage pro Woche jeweils zwei Stunden lang Sauerstoff ein. Aber Studien haben ergeben, dass der gleiche therapeutische Effekt auch durch Inhalationen an nur fünf Tagen pro Woche mit einer zweitägigen Pause am Wochenende erreicht wird. Insgesamt sind dies dann nur 15 Sitzungen. Weniger sollten es allerdings nicht sein.
Der 3. Schritt: Der letzte Schritt besteht aus einer Bewegungsphase. Durch die Einatmung von Sauerstoff wurde der Körper mit Sauerstoff angereichert, jetzt sollte man den Körper anregen, den Sauerstoff auch vermehrt zu nutzen. Diese Phase kann als Betätigung direkt im Anschluß an die Einatmung von Sauerstoff auf einem Fitnessgerät (Heimtrainer, Crosstrainer, Ergometer oder Rudergerät) folgen, oder aber auch aus einem flotten Spaziergang bestehen.
Ein erster positiver Effekt der SMK zeigt sich bereits nach einer Woche (fünf Sitzungen vorausgesetzt). Um den Effekt jedoch stabil und dauerhaft zu machen, ist die drei Wochen-Kur erforderlich. Dann kann davon ausgegangen werden, daß sich die persönliche Sauerstoffbilanz für rund ein Jahr nachhaltig verbessert hat. Nach einem Jahr ist eine Wiederholung angezeigt, um den Effekt aufzufrischen. Wird man während diesen Jahres allerdings massivem Streß ausgesetzt, ob durch einen Schicksalsschlag oder einer schweren Operation, sollte schon früher an eine erneute SMK gedacht werden.